Historisches zum Urwald Hasbruch

Bereits 1938 wurden die wesentlichen Kernbereiche des Urwald Hasbruch unter Naturschutz gestellt und er ist seither weit über die Grenzen als solcher europaweit bekannt.
Seine Entstehung verdankt er der Tatsache, dass er lange Zeit als unbewirtschafteter Hütewald von den umliegenden Bauern genutzt wurde.
Auf Vorschlägen der damaligen Forsteinrichtungen ordnete der Großherzog Nikolaus Friedrich Peter von Oldenburg an, aus hisorischen und ästhetischen Gründen, weite Teile in ihrem ursprünglichen Zustand zu erhalten.
Somit blieben seit 1889 die vorwiegend alten Eichen und Hainbuchen von forstwirtschaftlicher Nutzung verschont.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert verhalfen Maler und Naturliebhaber mit ihrer Begeisterung und ihren Kunstwerken der urwüchsigen Formen der alten Eichen, den Urwald Hasbruch zu seinem hohen Bekanntheitsgrad.

Besonderheiten des Naturwaldes
Eine wesentliche Besonderheit des Naturwaldes Hasbruch ist sein großer Totholzanteil. Dieser beträgt im Naturwald ca. 60 cbm Totholzmenge je Hektar. In normalen Wirtschaftswäldern bewegt sich dieser meist unter 15 cbm.
Die damit verbundene Entwicklungsmöglichkeit dieser großen strukturellen Vielfalt sind besonders wichtige Faktoren für den entstandenen Artenreichtum des Hasbruch.
In zahlreiche Untersuchungen zur Artenausstattung des gesamten Hasbruch und auch speziell des Naturwaldes, wird die herausragende Bedeutung des Gebietes für den Naturschutz belegt. Bisher sind mehr als 1.500 Tier- und Pflanzenarten im Hasbruch gefunden worden, ohne die Vielzahl der verschiedenen Pilzarten voll erschlossen zu haben. Weitere Untersuchungen dürften vermutlich sehr viel höhere Ergebnisse zu Tage fördern.
In fast allen im Hasbruch gefundenen Tiervorkommen finden sich Belege für seltene oder gefährdete Arten, die eng an solche historischen alten Wälder gebunden sind.

Hainkopfbuchen
Die alten Hainbuchen haben seinerzeit überwiegend der Kopfholznutzung gedient. Dazu wurden am Kopf der Bäume in unregelmäßigen Abständen von wenigen Jahren bis zu 40 Jahren alle nachwachsenden Zweige und Äste abgeschlagen und als Brenn- oder Nutzholz verwertet.
Heute sind im Naturwald überwiegend nur noch vereinzelte Ruinen dieser ehemals imposanten Bäume zu finden.
Die mit über 400 Jahre älteste und dickste Hainbuche Deutschlands steht im Urwald Hasbruch.

Die alten Eichen
Einige der noch vorhandenen Eichen zählten zu den ältesten Bäumen des Waldes. Einige wurden nach oldenburgischen Prinzessinnen benannt, wie die Amalien-, die Friederiken- und die Charlotten Eiche.
Andere, wie die Liedertafeleiche, die Fischbeckeiche usw. sind nur noch Fragmente und werden zu ihrem Schutz nicht mehr Kartografiert und sind in aktuellen Karten nicht mehr aufgeführt.
Die Amalieneiche, meiner Meinung nach der imposanteste und schönste Baum der im Urwald stand, brach am 10. Februar 1982 zusammen.
Im westlichen heutigen Naturwald steht noch die älteste Eiche des Hasbruch und auch eine der ältesten noch lebenden Eichen in deutschen Wäldern, die Friederikeneiche. Über das Alter der alten Eichen im Hasbruch kann nur gemutmaßt werden.
So schätzt man das Alter der Friederikeneiche heute auf mindestens 1.200 Jahre ein.